Rede des 1. Vorstands zum ersten Café unter der Sommerlinde
Beim ersten Café unter der Sommerlinde hielt unser 1. Vorstand Martin Beucker folgende Rede:
Zum anhören oder lesen:
Herzlich willkommen zum ersten Café unter der Sommerlinde.Ich will ein bisschen erzählen, wie es zu all dem kam.
Wie ihr sicher alle wisst, beschäftigen wir uns seit ca. 8 Jahren mit leeren Flaschen.
Es fing mit dem Windlicht dem Original mit unserem juristisch geschütztem Zuluftloch an. Das Zuluftloch haben wir mit hohem Kostenaufwand schützen lassen, rein aus Angst, der guten Idee wegen, von wesentlich finanzstärkeren Unternehmen überrollt zu werden. Nur mal so, der Dekoladen Depot ist ja nicht wirklich weit weg und in Asien kann soooo viel günstiger produziert werden als handgemacht in Deutschland.
Naja, dann hat sich unser Portfolio deutlich erweitert: Vogelfutterstelle, Windspiel, Trinkgläser und vieles mehr, bis hin zu unserer stolzesten Auszeichnung im April 2025, „Weltmarktführer von Glas Leergut Upcycling“ mit den Stichworten: Sortimentsbreite, Qualität, Vielseitigkeit, Verwendungen und Innovation.
Wir haben über Fachmessen an Händler verkauft und die Stückzahlen an MaBe Produkten, die unseren schönen Hof verlassen haben, gingen hoch. Wir sind durch viele aufs und abs gegangen, Corona, Energiekrisen, Wirtschaftskrisen, Kaufzurückhaltung und standen auch schon kurz vor dem Ruin. Aber, seit unserem Start 2018 haben wir ungefähr 160.000 Upcycling Produkte verkauft, zuvor eingesammelt, sortiert, albetikettiert, bearbeitet, verpackt, und so weiter, also pro Werktag knapp 80 Teile. Konsequenterweise stieg auch unser Bedarf an Leergut, so dass wir unglaublich an der Beschaffungslogistik für leere Flaschen gearbeitet haben.
Bestimmt hat jeder von euch schon mal Gutes getan und im Sinne der Umwelt, aber auch für uns, und hat hier sein Leergut abgegeben. Glaubt mir, das hat sehr viel gebracht, aber eben nicht genug. Inzwischen haben wir mehrere helfende Hände, die uns Leergut von Kneipen, Bars, Vinotheken, Weingütern, Diskotheken abholen und zu uns karren, nur so können wir die Auftragslage meistern.
Wie haben auf 4 Lager verteilt ca. 20.000 leere Flaschen, da nie klar ist was als nächstes geordert oder bestellt wird. Und dann kommen plötzlich Bestellungen wie z.B. von Tchibo mit 20 Paletten MaBe Produkten, die wir bedienen können wollen.
Natürlich haben uns eher Privatleute das ein oder andere, vielleicht auch wirklich alte Schätzchen abgegeben oder in die Kisten an der Straße gestellt. Diese sind betitelt mit „2. life of a bottle“, also hier an der Steinbacherstrasse 42 beginnt das 2. Leben einer Flasche. Und diese Flaschen werden direkt in unserem 1. Lager, also hinter der Glaswerkstatt gesammelt und bei sortiert.
Wieder waren es Kunden aus Utes Laden, die nach einer Führung gefragt hatten, und dann in dem erwähnten 1 Lager standen und so gestaunt haben, über all das besondere, alte Leergut und äußerten: Das ist ja wie ein Museum.
Apropos Utes Laden oder auch der Museumsladen, da gibt’s inzwischen wesentlich mehr als nur MaBe upcycling Produkte. Mit viel Fingerspitzengefühl hat sich Ute der Sache angenommen und ganz besondere, also nicht von der Stange, Kerzen, Weine, Servietten, Murmeln, Postkarten, Spiele, Bücher, was für den Gaumen und vieles mehr zugekauft. Klar es wird täglich daran gearbeitet das weiter Portfolio zu schärfen, auszubauen, attraktiver zu machen
Geschenke, für jeden was dabei, also muss keiner in die Stadt düsen, Parkplatz suchen und bezahlen, um dann Durchschnitt zu kaufen. Und ausserdem erhöht sich die zu zahlende Gewerbesteuer, zu Gunsten der Gemeinde Johannesberg.
Es hat dann noch lange gedauert, bis wir diesen Gedanken wirklich verfolgt haben und angefangen haben uns schlau zu machen.
Wie gründet man ein Museum - jeder darf sich Museum nennen, es ist kein geschützter Begriff. Aber wie wird ein Museum populär, vielleicht als Verein oder gibt es auch andere Firmierungen.
Ganz viele Fragezeichen aus der bis jetzt, dann tatsächlich die Gründung des ersten deutschen Flaschen Museum geworden ist. Und wir kurz davorstehen, zu einem eintragen Verein zu werden.
Bei der Gründung eines Vereins müssen mindesten, ich glaube 7 Gründungsmitglieder anwesend sein, die die zuvor erarbeitete Satzung und das Sitzungsprotokoll und so weiter und so weiter unterschreiben müssen.
Na ja, und weil wir auch dazu beitragen wollen, dass genug Leergut zustande kommt, trinken wir ganz gerne mit netten Menschen die ein oder andere Pulle, und da teilt man halt auch solch Ideen vom Flaschen Museum, und siehe da es wurden 18 Gründungsmitglieder ohne viel Aufwand, und viele leere Flaschen.
Und auf der Gründungsveranstaltung kam Ingrid, eine der Gründungsmitgliederinnen auf den Gedanken, wo ein Museum da auch ein Museums Café. Gesagt getan, wir versuchen es einfach mal und der Gewinn soll in die Weiterentwicklung des 1. deutschen Flaschen Museum (das nächste ist in der Schweiz) gesteckt werden.
Vitrinen zum Ausstellen, besondere Exemplare, Kurse, Führungen, Kooperationen z.B. mit Brauereien temporäre Ausstellungen zu machen, oder die Evolution der Welt aus Sicht des Transportmittels für Flüssigkeiten zu beleuchten, irgendwann hat sich die Flasche aus Glas etabliert. Ganz früher konnten Menschen ohne Nähe zum Wasser nicht leben, dann kam der Darm des Tieres, das Horn des Tieres, der Lederbeutel, die Tonkaraffe, die traditionell auf dem Kopf getragen wurde, der Holzeimer, und dann … die Flasche, aber wann, wie, wer, das kann alles noch erarbeitet werden.
Katalogisiert sind ja schon ein paar, vorne in der Vitrine und Ute hat verdammt viel Herzblut und Zeit reingesteckt. Einfach den QR code scannen und du landest auf der Museumsseite, in der die Exemplare beschrieben sind. Kaum zu glauben, aber in der Vitrine stehen leere Flaschen im Wert von in etwa 2.000 €.
Ja und um weiterzukommen und das Museum professioneller darzustellen, machen wir das Café unter der Sommerlinde und freuen uns über die, die ihr alle hier seit, aber auch über alle die noch kommen, damit wir die Flasche ins richtige Licht rücken können.
Herzlichen Dank und einen wunderschönen Nachmittag und falls jemand spenden möchte, vielleicht auch wegen der schönen Atmosphäre oder für die Idee des Flaschenmuseum oder einfach um das Flaschen Museum zu fördern, egal - wir haben ein Spendensau aufgestellt und freuen uns über jeden Groschen.